Ausstellungen im Jahr 2026
Ernst Haas (1921 - 2010) | FASSADE
Zeitraum: 10.02.2026 bis 01.05.2026

Fassade, äußere Erscheinungsform und Schauseite von Gebäuden, Städten oder in übertragenem Sinn auch von Landschaften und Menschen waren Impulsgeber für die Malerei von Prof. Ernst Haas. Über die Jahrzehnte seines Schaffens hinweg entwickelte sich seine immer freier werdende Malweise, seine Liebe zur Farbe und die Erforschung ihres Wesens hin zum Stil des "Abstrakten Realismus". Die erlebte und gesehene Realität nicht leugnend entstanden im Atelier aus der Erinnerung Haas' ganz eigenen Farb- und Bildfindungen.

Er sagte gerne zu seiner Malerei: "Farbe ist Leben". Mit diesem Leben der Farben durchdrang er all die gesehenen Fassaden in seinen Bildern. Fassaden, die Größe und Glanz ausstrahlen, unscheinbare Fassaden, hinter denen sich Glück verbirgt, Fassaden großartiger Landschaften, über deren Zerstörung und Abnutzung hinweggesehen wird, und viele andere Arten von Ansichten. Bei aller Harmonie und dem Wohlklang der Farbkompositionen können die Bilder von Ernst Haas den Betrachter anregen, die Übereinstimmung äußerer Erscheinungsbilder und die dahinter verborgenen Wirklichkeiten wahrzunehmen. Jede Fassade kann Wahrheit, aber auch Täuschung sein, in der Architektur ebenso wie in Politik, Kunst, Religion, sozialen Medien, ...

Das Hauptwerk des Malers Prof. Ernst Haas wurde inzwischen in die Sammlung des Kunstmuseums Erlangen aufgenommen und wird dort betreut. Deshalb freut es mich besonders, dass nach den ersten zwei Ausstellungen im Atelierfenster (2002 und 2021) dank privater Leihgeber noch einmal ein Querschnitt der farben- und lebensfrohen Bilder des Erlanger und Marquartsteiner Malers Prof. Ernst Haas hier gezeigt werden kann.
c.lewerentz

Franz-S. Gebhardt-Westerbuchberg (1895 - 1969) | PFINGSTEN
Zeitraum: 14.05. bis 31.05.2026

Die ausgestellten vier großformatigen Schwarz-Weiß-Monotypien zum Pfingstgeschehen des Malers Franz-S. Gebhardt-Westerbuchberg waren im Zusammenhang mit dem seinerzeit viel beachteten Zyklus zur Passion entstanden. Sie verdeutlichen das Ringen des Malers um eine Bildfindung, die der biblischen Erzählung vom Pfingstwunder in der Apostelgeschichte gerecht wird. Erst seine vierte Version fand er gelungen genug, um sie zu signieren und mit dem Titel zu unterzeichnen:
„… und ein großes Rauschen erfüllte die Luft …“

Erst spät in seinem Malerleben fand Gebhardt-Westerbuchberg in der Technik der Monotypie, der er sich intensiv widmete, ein Ausdrucksmittel, das seiner Expressivität, bildnerischen und zeichnerischen Erfahrung und schnellen Arbeitsweise zugutekam.

In den mehr als 40 Blättern zur Passion Jesu, aber auch in diesen Pfingstbildern, lässt sich eine existentielle Betroffenheit des Malers wahrnehmen, dem es um wesentlich mehr ging, als biblische Texte zu illustrieren. So lassen sich in den Gesichtern der dargestellten Pfingstgemeinde Betroffenheit, Erstaunen, Ergriffenheit und Unverständnis spüren, die der Überseer Maler vor 70 Jahren empfunden und in seinen Bildern festgehalten hat. Ein Kulturgut aus der Region, dem ich mit dieser kleinen Ausstellung mal wieder Wertschätzung und Beachtung ermöglichen möchte.
c.lewerentz
