05.05. - 06.06.2021 | Irmgard Kurz-Minisini | Feinste Tischkultur aus Übersee

Blick ins Atelierfenster

Vor 20 Jahren hat das Atelierfenster die Kunst der Keramikerin Irmgard Kurz-Minisini schon einmal vorgestellt (siehe hier). Ein selten gewordenes Glück ist es, wenn in unserer wechselhaften Zeit jemand ein Leben lang seinem Kunsthandwerk und der künstlerischen Formfindung so folgt und treu bleibt wie Kurz-Minisini. Nur so kann sich über viele Jahre kontinuierlicher Arbeit, durch alle Höhen und Tiefen des Lebens hinweg, wahre Meisterschaft in Formgebung und handwerklichem Tun entwickeln.


Zwischen Berlin und Wien hat Kurz-Minisinis Kunst viele Sammler und Sammlerinnen gefunden. Vor allem sind es jedoch auch viele Menschen, die im Gebrauch dieser so wohlgeformten Schalen, Becher, Schüsseln und Teller ihr tägliches Leben feiern. Ob meditativer Teegenuss oder geselliges Festessen, mit Geschirr aus Kurz-Minisinis Händen kann jedweder Genuss eine gesteigerte Wertschätzung erfahren. Mögen so noch viele in ihrer Schlichtheit einzigartig kunstvolle Keramiken entstehen und Picassos Wunsch entsprechend nicht in Vitrinen gestellt werden.


Picasso hatte sich einmal gewünscht, ``die Kinder würden Suppe aus meinen Schüsseln essen, die Frauen Früchte in meine Schalen legen, und die Männer Wein aus meinen Krügen trinken. Alle Menschen sollten fähig sein können, so zu leben wie in früheren Zeiten die Reichen und Mächtigen, umgeben an allen Tagen von Gegenständen, die von den besten Künstlern ersonnen und verwirklicht wurden, umgeben von Schönheit.''

c. lewerentz



10.02. - 05.04.2021 | Welten-Räume

Blick ins Atelierfenster

Die Pandemie hat durch notwendige Beschränkungen Lebensräume kleiner gemacht. Das private Umfeld ist dadurch wieder mehr in den Fokus des Einzelnen gerückt. Virtuelle Verbindungen und Kontakte rund um die Welt nehmen zwar zu. Dennoch leben Menschen wieder mehr in ihren eigenen Welten, so wie es die Redewendung ausdrückt: dieses oder jenes ist eine Welt für sich. In einer derartig gefühlten Zersplitterung durch die Pandemie, mit Existenzängsten und mit Umwelt- und Klimakatastrophen im Blick, scheint unsere gewohnte Welt ins Wanken zu geraten.

Sigi Braun | Gaukler

Der Gaukler auf Sigi Brauns Bild von 2011 versucht, diese Welt in ihren Bahnen zu halten und uns die gefährlich labile Lage vor Augen zu führen. Zu diesem eindrücklichen, fast visionären Bild Brauns gesellen sich weitere Arbeiten von Künstlern, die darin jeweils ein Stück ihrer Welterfahrung sichtbar machen. Ob die wacklig labile Kugel von Axel Kruppa, die Gedenkmedaille vom Mondflug, nächtliche Himmelsgedanken von Wilhelm Neufeld, Carsten Lewerentz und Toni Stadler, die lichten Räume von Rupprecht Geiger und Walter Lederer, die Bewegtheit der Lüfte bei Karl-Heinz Hauser und Marina Krog, oder die heitere Armut des Vagabunden von Wilhelm Srb-Schlossbauer, geben all die Bilder und Plastiken Einblick in persönliche Welten-Räume. Sie können dazu anregen, über die eigene Lebenswelt nachzusinnen. Selbst der erfrischende Gruß der Bierflaschen aus der chilenischen Brauerei Grassau kann im Bewusstsein der Pandemie nachdenklich machen. Fasching, Fastenzeit und österliches Licht -- in dieser Ausstellung nah beieinander.

c. lewerentz




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