10.02. - 05.04.2021 | Welten-Räume

Blick ins Atelierfenster

Die Pandemie hat durch notwendige Beschränkungen Lebensräume kleiner gemacht. Das private Umfeld ist dadurch wieder mehr in den Fokus des Einzelnen gerückt. Virtuelle Verbindungen und Kontakte rund um die Welt nehmen zwar zu. Dennoch leben Menschen wieder mehr in ihren eigenen Welten, so wie es die Redewendung ausdrückt: dieses oder jenes ist eine Welt für sich. In einer derartig gefühlten Zersplitterung durch die Pandemie, mit Existenzängsten und mit Umwelt- und Klimakatastrophen im Blick, scheint unsere gewohnte Welt ins Wanken zu geraten.

Sigi Braun | Gaukler

Der Gaukler auf Sigi Brauns Bild von 2011 versucht, diese Welt in ihren Bahnen zu halten und uns die gefährlich labile Lage vor Augen zu führen. Zu diesem eindrücklichen, fast visionären Bild Brauns gesellen sich weitere Arbeiten von Künstlern, die darin jeweils ein Stück ihrer Welterfahrung sichtbar machen. Ob die wacklig labile Kugel von Axel Kruppa, die Gedenkmedaille vom Mondflug, nächtliche Himmelsgedanken von Wilhelm Neufeld, Carsten Lewerentz und Toni Stadler, die lichten Räume von Rupprecht Geiger und Walter Lederer, die Bewegtheit der Lüfte bei Karl-Heinz Hauser und Marina Krog, oder die heitere Armut des Vagabunden von Wilhelm Srb-Schlossbauer, geben all die Bilder und Plastiken Einblick in persönliche Welten-Räume. Sie können dazu anregen, über die eigene Lebenswelt nachzusinnen. Selbst der erfrischende Gruß der Bierflaschen aus der chilenischen Brauerei Grassau kann im Bewusstsein der Pandemie nachdenklich machen. Fasching, Fastenzeit und österliches Licht -- in dieser Ausstellung nah beieinander.

c. lewerentz




















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