Ausstellung 01.02.  -  18.03.2012
Konrad Kurz - „GESELLSCHAFTSBILD IM SPIEGEL DER PLASTIK“

 

Konrad Kurz aus Petting, geboren 1934 in Passau, hat das Bildhauer-Handwerk als Stuckateur und Bronzegießer von Grund auf gelernt. Daraus begründet sich sein gekonnt sensibler Umgang im Modellieren und Formen der Modelle bis zur Endbehandlung von Ziselieren, Polieren und dem Patinieren der Bronzeplastiken. 

 

"Kleine Venus" - Bronze

 

Der Mensch in klassischen Darstellungsformen wie Akt, Portrait, Gewandfigur und Figurengruppen war von Anfang an Thema des Bildhauers Kurz. Neben Auftragsarbeiten, wie zum Beispiel der „Kindergruppe“ vor der Haslacher Grundschule, haben ihn für seine freien Arbeiten immer wieder gesellschaftliche Geschehnisse und Entwicklungen angeregt und umgetrieben, bis daraus stille Denkmale als Zeitdokumente entstanden sind. 

 

 

 

"Kleiner Krieger" - Bronze

 

"Auferstehungsrelief" - Bronze

 

So spiegeln sich in Kurz´ „TORSI“,  dem knochenbesetzten „AUFERSTEHUNGSRELIEF“ oder dem „KLEINEN KRIEGER“ Atomkatastrophe, Krieg und Zerstörung wieder. Die Arbeiten „ETWAS BLUME“ und „BAUM IM STUNDENGLAS“ lassen sein Unwohlsein über die fortschreitende Umweltzerstörung durch den Menschen spüren, der selbst zur Masse der Konsumenten reduziert, als „SCHÖNHEITSGALERIE“ im Schaufenster steht. Vielleicht aus eigenen Erfahrungen auf See entstanden in einer neuen, fast kindlichen Leichtigkeit, direkt aus Wachs modelliert, einige einprägsame und zugleich begehrte Schiffsplastiken als Bronzeunikate. Seit alters her steht das Schiff oder Boot als Synonym für gelingendes Gesellschaftsleben, um die Fahrt zum „anderen Ufer“ gemeinsam mit dem Kapitän und der Mannschaft zu meistern. Der Anblick dieser eindrücklichen Schiffe von Konrad Kurz lässt Zweifel aufkommen, ob eine sichere Fahrt durch die „Meere der Zeit“ noch gewährleistet ist – ein Spiegelbild unserer Gesellschaft? Zwischen derlei Fragen und Empfindungen des Welterlebens stehen „EINSAME  KÖNIGIN“ und „WÄCHTER“ vielleicht als Bilder von Sehnsucht und Hoffnung dafür, dass Menschenwürde, Einzigartigkeit und Liebe, wie sie das Portrait „BARBARA“ im Hintergrund des Atelierfensters ausstrahlt, in den Gesellschaften dieser Erde stärker verankert bleiben, als Macht, Zerstörung und Egoismus. Die Auswahl dieser 15 Plastiken aus dem umfangreichen Werk von Konrad Kurz erzeugt im Atelierfenster ein Spannungsfeld zwischen Gesellschaftskritik und klassischer Bildhauerei, das nachdenklich machen kann, und zu längerem Verweilen einlädt.

 

"Baum im Stundenglas" - Bronze

 

 

 

 

 

"Schönheiten - Galerie"  -  Bronze

 

"Kleines Boot" - Bronze

 

 

"Barbara" - Terrakotta

 

 

 

"Gewachsene Figur" - Bronze

 

"Einsame Königin" - Bronze

 

 

 

Blick ins Atelierfenster

 

Das Atelierfenster ist täglich von 16.00 – 22.00 Uhr beleuchtet, und für nähere Einblicke und Informationen  nach tel. Absprache (08641/3988) geöffnet

 

© Carsten Lewerentz